German rock news

Eine niederländische Frauenband, die sich ein wenig der Mittelalterinstrumente und Texte bedient. Das Ganze mit etwas Balladen und Pop versehen – fertig ist Reincarnatus. – Doch halt, so einfach ist das denn doch nicht.

Nicht alle Bands unseres Nachbarlandes funktionieren nach diesem Prinzip. Zuerst fällt mal auf, dass hier nicht versucht wird wie alle anderen zu klingen. Es ist keine Leadsängerin vorhanden – mehrstimmig geht es langsam zur Sache.

Orchestrales und Kabinettstückchen kommen häufig vor (gut zu hören bei Humilitas). Obwohl die Instrumentierung und Gesangsparts nicht unbedingt neu sind schafft es die Gruppe doch anders zu klingen, was unverzichtbar ist um nicht einfach unterzugehen. Es gibt E-Gitarren und Drums und so weiter, aber sie werden nicht – wie zum Beispiel bei In Extremo – in den Vordergrund gemixt, sondern passgenau ins Ganze integriert. Leicht irische Klänge sind auch vorhanden.

Ich muss sagen, dass mir das durchaus gefällt. Viele Bands haben sich auf effekthascherisches Mittelaltertum geradezu geworfen. Oder es wurde akribisch „Mediaval“ zelebriert, wo es nur Gut und Böse gibt.

Die Damen von Reincarnatus „benutzen“ einfach die schönen Melodiebögen und Möglichkeiten dieses Genres und verschmelzen sie mit einer Prise Pop. Das wird natürlich nie die selbe Beachtung wie zum Beispiel Schandmaul (mit denen sie auf Tournee gehen) oder Saltatio Mortis und so weiter bekommen, aber sie könnten so etwas wie die Mittelalter-Chiller werden.

Vergessen wir nicht, dass es in den Siebzigern auch viele Künstler gab, deren Alben Kult waren, die aber nie Singlehits hatten. Ähnlich würde ich es hier sehen. Ich kann beim besten Willen keinen Titel herausheben. Auch die Mönche im Titeltrack ändern daran nichts. Die Wertigkeit ist überall gleich (gut).

Fazit: Ein „Soft“ Mittelalteralbum zum Entspannen – ich mag es.

- Kurt Mitzkatis

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